
Lebensbegleitendes Lernen und ganzheitliche Bildung – mit diesen Schlagworten eröffnete jetzt der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Dr. Siegfried Balleis (CSU), die Wanderausstellung „60 Jahre KKV Bayern. Mitten im Leben“ im Foyer seines Rathauses. Das Stadtoberhaupt lobte das vielfältige Engagement des katholischen Sozialverbands, das sich immer wieder auch positiv auf das Erlanger Bildungsangebot auswirke. Auch hob er die Beteiligung des KKV am ersten europäischen Volksbegehren hervor, das einen einheitlichen Schutz des Sonntags in der ganzen EU anstrebt.
Die Ausstellung, die noch bis zum 18. Juni im Erlanger Rathaus zu sehen ist, geht sowohl auf die geschichtlichen Hintergründe und Entwicklungen des Dachverbandes der 13 bayerischen Ortsgemeinschaften als auch auf herausragende Persönlichkeiten ein, die den KKV Bayern über Jahre geprägt haben. Außerdem zeigt die Wanderausstellung Perspektiven für kommende Generationen auf, was der KKV-Landesvorsitzende Dr. Klaus-Stefan Krieger besonders wichtig findet im Hinblick auf die schwierige aktuelle Situation der katholischen Kirche: „Gerade jetzt sind es wieder die Verbände, die zur Glaubwürdigkeit der Kirche in der Gesellschaft beitragen müssen“, sagte der Landesvorsitzende.

Foto: Ulrike Schwerdtfeger
„Wie Geld glücklich macht“, dies zu verraten, versprach ein Vortrag beim KKV Erlangen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Ortsvorsitzender Kurt Reiter konnte dazu Helmut Hof im Gemeindezentrum St. Sebald begrüßen.
Das Verhältnis von Besitz und Glück scheinen Philosophie und Religion als Gegensatz zu sehen, wie Helmut Hof in schlaglichtartig deutlich machte. Zufriedenheit und Glück finden sich demnach in der Bedürfnislosigkeit (Diogenes), der Hauslosigkeit (Buddha) und der Armut (Jesus, der die Armen selig preist und ihnen Lohn im Himmel in Aussicht stellt; aufgegriffen von Franz von Assisi). Lautet, fragte Helmut Hof, die Konsequenz: Geld macht nur glücklich, wenn man es aufgibt?
Vor einer Antwort ging der Referent der Frage nach, was Glück denn überhaupt ist. Dazu unterschied er Glück haben, glücklich sein und geglücktes Leben. Glück zu haben, sei ein Produkt des Zufalls. Glücklich sein könne der Mensch im erfüllten Augenblick, in Momenten intensivster Zufriedenheit. Sie stelle sich ein, wenn man etwas voller Hingabe tue. Ein geglücktes Leben gelinge, wenn ein Mensch die Erfahrungen sowohl von Glück als auch von Scheitern und Schmerz meistere und zu sich selbst „Ja“ sagen könne. Dazu gehöre auch der Tod. „Nur der Tod“, so Hof, „macht Glück möglich, weil er uns lehrt, dass man nicht alles auf später vertagen kann.“
Die Erfahrung zeige nun, dass mehr Geld nicht mehr Glück erzeuge. Das liege an der Begrenztheit der seelischen Aufnahmefähigkeit. Besitz an sich bereite keine Freude. Freude mache, wenn man sich an etwas erfreuen könne. Viele Dinge aber zerstreuten die Aufmerksamkeit. Daher gilt laut Hof: „Wer schon genug besitzt, für den lohnt es sich nicht, in noch mehr Besitz zu investieren.“ Ja nichts verpassen zu wollen, zerreiße den Menschen. „Wer ein Glas Wein genießen kann, braucht keine zwei Flaschen.“ Der Referent konnte dies auch mit Statistiken belegen. Erhebungen zeigen, dass die Zufriedenheit eines Menschen bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro mit dem materiellen Aufstieg zunehme, dann aber trotz weiterer Besitzmehrung abflache.
Helmut Hof betonte zudem, dass es kein natürliches Bedürfnis nach Geld gebe. Angeboren sei aber das Grundbedürfnis nach Gemeinschaft. Er zog daraus das Fazit: „Es kommt darauf an, was einer mit dem Geld macht.“ Geld mache glücklich, wenn man es in die Unterstützung anderer Menschen investiere.

Wenn die Wirtschaft auf der Stelle tritt, herrscht Krisenzeit. Je länger diese dauert, umso größer werden die Auswirkungen auf Konjunktur, Beschäftigung und Staatshaushalt. „Erst eine Politik, die im realen Leben ansetzt, wird die Finanzkrise bewältigen“, meint Erik Händeler. Der Zukunftsforscher sprach jetzt beim KKV (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) Erlangen über „Was kommt nach der Krise? Bessere Arbeitskultur und präventiver Gesundheitsmarkt“.
Die Finanzkrise sei nur ein Symptom, nicht jedoch die Ursache für den weltweiten Einbruch der Wirtschaft, so Händeler. Den eigentlichen Grund sieht der Ökonom darin, „dass die Zeiten vorbei sind, in denen uns der Computer deutlich produktiver machte, Ressourcen einsparte und die Wirtschaft antrieb – nun bleiben die gewohnten Produktivitätsfortschritte aus“. Dadurch, sagt Händeler, wachse der Druck hin zu einem anderen Verhalten. „Bis es gelingt, die Quellen höherer Produktivität zu erschließen.“ Und die liegen laut dem Experten zum einen in der möglichst langen Gesunderhaltung des Menschen und zum anderen in der Qualität der Zusammenarbeit so genannter Wissensarbeiter, die sich mit immateriellen Tätigkeiten beschäftigen – „sie organisieren, planen, entwickeln, suchen Lösungen und entscheiden“, so Händeler. Allein in den vergangenen 100 Jahren habe sich das Wissen der Menschheit verdoppelt.
Erik Händeler ist Autor des Bestsellers „Die Geschichte der Zukunft“. Darin beschäftigt sich der 41-Jährige mit der Theorie des russischen Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Kondratieff (1892-1938), der zufolge sich die Wirtschaft in langen Zyklen entwickelt, an deren Beginn jeweils grundlegende technische Umwälzungen stehen. Diese bewirken einen ökonomischen Schub, der gesellschaftliche und politische Veränderungen provoziert – und Umdenken erfordert: „Der Veränderungsdruck zwingt uns zu einem anderen Verhalten“, erklärt Erik Händeler. Der renommierte Volkswirtschaftler, der sich auch kirchlich engagiert, nennt diese Entwicklung „die Ethik des Evangeliums“. „Wo eine Knappheit entsteht, müssen wir etwas besser machen“, sagt Händeler.
Für ihn stellen Gesundheit und Sozialverhalten Mangelware dar. „Bisher haben uns Maschinen weiter gebracht – jetzt stellt das soziale Verhalten in vielen Bereichen eine Hürde dar.“ Händeler meint: „Wir brauchen eine neue Arbeitskultur und müssen den Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit wahrnehmen: auf Augenhöhe zusammen arbeiten, Konflikte fair klären, Beziehungen versöhnen.“ Außerdem fordert der Wirtschaftsjournalist die Politik dazu auf, endlich in Gesundheit und nicht in Krankheit zu investieren.
Händeler sieht in der Krise – bereits 1873 nach dem Eisenbahnbau und 1929 nach der Elektrifizierung kam es zu einem ähnlichen Abschwung in der Wirtschaft – nicht nur Negatives: „Dabei bricht zusammen, was nicht tragfähig ist.“ Der Strukturwandel biete auch neue Chancen für die Kirche, denn: „Spiritualität, Glaube und Religion sind immer eingebettet in sozio-ökonomische Strukturen.“
Ulrike Schwerdtfeger

Thema Wirtschaftskrise: Der Vorsitzende der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen, Kurt Reiter (li.), im Gespräch mit dem renommierten Volkswirtschaftler und Zukunftsforscher Erik Händeler (re.).
Foto: Ulrike Schwerdtfeger
Von Bestseller-Autor Erik Händeler sind im Brendow Verlag erschienen: „Kondratieffs Welt. Wohlstand nach der Industriegesellschaft“ (ISBN-10:3-86506-065-X; 9,90 Euro) und „Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen. Kondratieffs Globalsicht“ (ISBN-10:3-87067-963-8; 19,95 Euro).
"Kunst, Religion - Ich suche einen Ausweg"
"Kunst, Religion - Ich suche einen Ausweg"
40 Jahre KKV Ortsgemeinschaft Erlangen
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| Kurt Reiter mit Ehefrau | K.Reiter, K.Engelhardt, W. Vogel, K.-St. Krieger, G.Lohwasser, J.Herrmann |
Über die wissenschaftliche Arbeit des Physikalischen Instituts der Universität Erlangen informierten sich 23 Mitglieder und Gäste des KKV Erlangen bei einer Führung.
Dr. Andreas Teufel , wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, verstand es hervorragend, Sinn und Zweck der kernphysikalischen Experimente an der Tandembeschleunigungsanlage - auch für Laien - zu erklären.
An diesem Großgerät können
erzeugte Protonen (Wasserstoffkerne) in zwei hintereinander
angeordneten elektrostatischen Feldern (daher "Tandem") im Hochvakuum
auf 2 mal 5 Millionen Elektronenvolt (10 MeV) beschleunigt und zu neun
am Umfang verteilten Versuchsanordnungen mit zwei 90°-Magneten
umgelenkt werden.
Dort können jeweils nacheinander verschiedene Experimente
durchgeführt werden, die sich von den Grundlagen der
Teilchenphysik über Materialuntersuchungen und Messtechnik bis
zu interdisziplinären Versuchen mit der Medizin reichen.
Bei der abschließenden Besichtigung des Photonenlabors wurden noch die Anwendungsmöglichkeiten der Lasertechnik vorgeführt.
Kurt Reiter
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| Der Tandembeschleuniger | Dr. Andreas Teufel |
Erlangen - Einen seiner ersten öffentlichen Auftritte hatte der neue Weltanschauungsbeauftragte der Erzdiözese Bamberg, Dr. Hans Horst, beim KKV Erlangen. Im Gemeindezentrum von St. Sebald referierte er über neue religiöse Bewegungen.
Die Landschaft des Glaubens am Beginn des 21. Jahrhunderts bezeichnete Dr. Hans Horst als "religiösen Supermarkt", dessen Angebote "unüberschaubar geworden" seien. Anders als noch in den 1990er Jahren vorhergesagt, habe Religion sich nicht aufgelöst. Aber der heutige religiöse Aufbruch komme nicht aus den Kirchen, sondern der Gesellschaft. Und auch auf dem religiösen Markt mache sich die Globalisierung bemerkbar: "Jeder Glaube wird über die Medien überallhin verbreitet." Horst machte dies am Fernsehprogramm deutlich: Von griechischen Orakeln über die Mormonen bis zu afrikanischen Stammesreligionen sei hier alles Mögliche Thema. Die Kirche, so Horst weiter, halte die Pluralisierung der Religion inzwischen für unumkehrbar, die Folgen für unwägbar. Im 2. Vatikanischen Konzil habe die katholische Kirche die Religionsfreiheit und damit auch die religiöse Vielfalt anerkannt. Auch in anderen Glaubensüberzeugungen als der katholischen bzw. christlichen seien Funken der Wahrheit enthalten.
Aus dieser Grundhaltung leitete Horst drei Verhaltensregeln ab: Christen sollten 1. andere Religionen wahrnehmen und zu verstehen suchen sowie zu Dialog und Auseinandersetzung bereit sein. Dann müssten 2. aber auch die Unterschiede im Welt-, Menschen- und Gottesbild benannt werden. Christen sollten zur Auskunft über ihren Glauben fähig sein. Weder Harmoniestreben noch pure Abwehr bildeten die richtige Reaktion auf andere Überzeugungen. 3. sei zu fragen, ob die jeweilige Religion "sozialverträglich" sei: "Macht eine Bewegung ihre Anhänger unfrei, verängstigt sie sie, übt sie Druck aus insbesondere auf jene, die sich wieder abwenden wollen?" Hier gehöre zu den Aufgaben der Kirche, zu beobachten, zu dokumentieren, zu informieren und zu beraten.
Horst ging schließlich auf einzelne religiöse Bewegungen wie Scientology und Universelles Leben ein. Besonders ausführlich behandelte er die auch in Erlangen ansässige Neuapostolische Kirche. Sie besitze ein exklusives Selbstverständnis und nehme das Buch der Offenbarung aus dem Neuen Testament wörtlich: Nur wer der Apostolischen Kirche angehöre, komme in das 1000-jährige Friedensreich vor dem Ende der Welt. Allerdings setze langsam ein Umdenken ein; Ökumene werde von Vertretern dieser Glaubensrichtung nicht mehr so abgelehnt wie früher.
Klaus-Stefan Krieger

Die Frage "Büchergeld, Studiengebühren - Wird Bildung zum Luxus?" diskutierte der KKV Bayern beim Sozialpolitischen Forum am 14. Juli 2006 in Erlangen mit Kultusstaatssekretär Karl Freller (CSU) und Wolfgang Vogel, dem hochschulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.
Die unterschiedliche Bewertung durch Regierung und Opposition wurde vor allem bei den Studiengebühren deutlich. Freller verwies auf Erfahrungen aus Österreich. Durch die Einführung von Studiengebühren seien dort die Studiendauer kürzer und die "Scheinstudenten" weniger geworden. Die proportionale Verteilung der Studenten nach ihrer sozialen Herkunft habe sich dagegen nicht verändert. Vogel bezeichnete dagegen die Einführung von Studiengebühren als einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik. Erstmals sei für eine Erstausbildung ein Preis zu zahlen. Damit werde Bildung zur Ware. Studiengebühren verstärkten sehr wohl den Druck bei der sozialen Auslese. "Die emanzipatorische Ausrichtung von Bildung geht verloren", beklagte Vogel außerdem.
Der KKV-Landesvorsitzende Dr. Klaus-Stefan Krieger stellte die Frage des Forums auch in den weiteren Zusammenhang einer gerechten Familienpolitik. Nicht nur Büchergeld und Studiengebühren, sondern auch die Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 belaste gerade die Familien, da sie einen großen Teil ihres Einkommens in den Konsum stecken müssten. Nach Kriegers Auffassung sind die Familien - auch wenn ihnen ständig etwas anderes gesagt werde - gegenwärtig die Verlierer der Politik.
Klaus-Stefan Krieger

Unter dem Titel "Wirtschafts- und sozialpolitische Neuansätze zur Zukunftssicherung" hielt beim KKV Erlangen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung der Münchener Politologe Peter Bauch einen Vortrag. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung statt.
Der Referent beschrieb sehr ausführlich die Krise, in der sich Deutschland befinde. Vor allem an drei Entwicklungen machte er sie fest:
Deutschland hat den technologischen Vorsprung vor anderen Ländern verloren und dadurch seine führende Rolle auf dem Weltmarkt eingebüßt. War die Bundesrepublik einst in der Hälfte von 25 wichtigen Branchen Weltmarktführer oder zumindest auf Platz 2, so ist sie dies heute nur noch in zwei bis drei Branchen. "Die Manager haben sich auf der guten Position ausgeruht," kritisierte Bauch, es sei nicht genug geforscht und entwickelt worden.
Der europäische Binnenmarkt, von dessen Ausdehnung Deutschland bislang profitierte, bedeutet nicht mehr bloß freien Warenverkehr, sondern ebenso freien Personen-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr. Deutschlands Nachbarländer sind bei Lohnkosten, Steuern und Arbeitszeiten günstiger, was gerade in Grenzregionen Firmen abwandern lässt. Seit 2000 verliert Deutschland täglich 1200 Arbeitsplätze.
Der Altersaufbau der deutschen Bevölkerung wird immer ungünstiger. Sind heute 14 Millionen. Sind heute 14 Millionen Menschen - rund ein Viertel - über 65 Jahre alt,so wird ihr Anteil in 35 Jahren bei 35 % oder 20 Millionen liegen. Dazu kommt als besonderes Problem Deutschlands eine extrem niedrige Geburtenrate (Platz 191 in der Welt). Ein Drittel der gebärfähigen Frauen bekommt gar keine Kinder.
Die Folgen für die Sozialversicherungen stufte Bauch als gravierend ein. Bliebe in ihnen alles, wie es bislang geregelt war, stiegen die Beiträge bis 2030 auf 60 % des Bruttolohns. Für die einzelnen Versicherungssparten nannte der Referent folgende Probleme:
Durch den anhaltenden Trend zur Frühverrentung liege das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei 59,4 Jahren. Dadurch entständen nicht nur der Rentenversicherungen erhöhte Ausgaben, sondern allen Sozialversicherungen immense Einnahmeverluste, da Rentner keine Beiträge zahlten.
In der Krankenversicherung entstehe ein Drittel der Kosten durch die wachsende Gruppe der Über-65-Jährigen.
In der Pflegeversicherung habe sich die Zahl der Leistungsempfänger seit deren Gründung vor zehn Jahren verdoppelt.
In der Arbeitslosenversicherung habe Hartz IV die Leistung von der Beitragszahlung entkoppelt. Nach einem Jahr erhält jeder Arbeitslose den gleichen Beitrag.
In der Rentenversicherung suche man den Anstieg der Ausgaben durch "Nullrunden" zu dämpfen und durch weiter steigende Beiträger aufzufangen.
Bei der Kranken- und Pflegeversicherung sehe die Union als
Lösung den Ausstieg aus dem bisherigen System. Der
Arbeitgeberanteil solle für alle Zeiten auf 6,5 %
festgeschrieben werden. Die Versicherten sollten unabhängig
davon, ob sie einer Erwerbstätigkeit nachgingen und wie viel
sie verdienten, einen einheitlichen Beitrag von 200 €
entrichten. Wer diese Prämie nicht aufbringen könne,
solle aus Steuermitteln unterstützt werden.
Die SPD vertrete dagegen das Modell der Bürgerversicherung:
Alle Bürger - auch Selbständige und Beamte -
würden verpflichtet, in die Kranken- und Pflegeversicherung
einzuzahlen. In die Beitragsbemessung sollten auch
Mieteinkünfte und Kapitalerträge einbezogen sein.
Dadurch sollten die Einnahmen erhöht werden. Bauch
befürchtet, dass bei diesem Modell trotzdem "am Ende nicht
genug eingenommen" werde.
In der Diskussion kritisierten Zuhörer, dass die im Vortragstitel versprochenen Neuansätze ausgeblieben seien. Der Vortrag teilte damit freilich nur den Mangel der Politik: In der Analyse beredt, bei den Lösungen bescheiden.
Klaus-Stefan Krieger
Die Ortsgemeinschaft Erlangen des KKV Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung ist vom KKV Bildungswerk Baxern (BWB) für ihr Veranstaltungsangebot ausgezeichnet worden.
Der KKV Erlangen erhielt für das vergangene Jahr den Preis für das inhaltlich ansprechendste Programm unter den 13 KKV-Ortsgemeinschaften in Bayern. Das BWB vergab erstmals drei gleichberechtigte Preise in den Kategorien beste Präsentation in der Öffentlichkeit, bestes Programm und herausragende Aktivitäten. Ortsvorsitzender Kurt Reiter nahm die Auszeichnung bei der BWB Mitgliederversammlung Mitte März in Nürnberg entgegen. Bereits für sein Jahresprogramm 203 hatte der KKV Erlangen eine Prämierung erhalten, den 1. Preis bei der damals noch abgestuiften Preisvergabe.
Klaus Stefan Krieger
Am Sa./So. 11./12.10.2003 hat der KKV-Landesverband Bayern e.V. das Landestreffen erstmals in Erlangen veranstaltet. Gleichzeitig feierte die gastgebende Ortsgemeinschaft Erlangen ihr 35-jähriges Bestehen. Bereits am Freitagabend, dem 10.10.2003, war der Landes- und Ortsvorstand zum Empfang beim Oberbürgermeister Dr. Balleis in das Erlanger Rathaus eingeladen.
Parallel zur Delegiertenversammlung am Samstagvormittag konnten die KKV-Gäste an einer Führung durch das 1001-jährige Erlangen teilnehmen. Am Nachmittag startete die zentrale "Bildungsveranstaltung" im Dorint Hotel mit einer Podiumsdiskussion namhafter Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit zum KKV-Jahresthema "Markt und Moral - Chancen verantwortlichen Handelns", an der die KKV-Tagungsteilnehmer und Gäste regen Anteil nahmen.
Mit einem "Historischen Abend" im Gewölbekeller des Hotels Bayerischer Hof wurde das 35-jährige Bestehen der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen gefeiert. Aus diesem Anlaß erhielt sie vom KKV-Landesverband eine Fahme mit dem KKV-Kreuzschiff gestiftet. Ein mehrgängiges Markgrafenmahl und Musik aus dem späten Mittelalter und früher Neuzeit, vorgetragen vom Duo "Sang und Klang" aus Nürnberg und gespielt auf historischen Instrumenten, sorgte für einen entsprechenden stimmungsvollen Rahmen.
Der Sonntag begann mit einem "Festgottesdienst" in St. Bonifaz, der von Domkapitular Dr. Raab, Pater Hofer und Pfarrer Meyer zelebriert und vom Chorkreis St. Sebald und seinem Leiter, Herrn Kreiner, musikalisch umrahmt wurde. Dabei wurde auch die am Vortag gestiftete Fahne geweiht.
Anschließend fand im kleinen Saal der Heinrich Lades Halle die "Feierliche Stunde" statt, die vom Klarinettenquintett der städtischen Sing- und Musikschule musikalisch mitgestaltet wurde. Grußworte an die Festgemeinde richteten die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Vogel, SPD, und Joachim Herrman, CSU, der auch die Festrede ebenfalls zum Thema "Markt und Moral" übernommen hatte.
Mit einem Abschlußimbiß klang das 40. KKV-Landestreffen aus, das bei den rund 90 Teilnehmern einen guten Eindruck hinterlassen hat. Eigens für dieses 40. KKV-Landestreffen und das 35-jährige Bestehen der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen wurde auch eine kleine Festschrift herausgegeben.
Kurt Reiter
Auf Einladung unseres CSU-Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Joachim Herrmann "zog" die KKV-Ortsgruppe Erlangen mit ihren Gästen am 21.02. in den Bayerischen Landtag in München ein. 11 Mitglieder der Ortsgruppe Fürth schlossen sich uns an.
Unser erstes Ziel war das Maximilianeum. Nach einem Empfang in der Eingangshalle wurden wir über die Gebäulichkeiten des Maximilianeums und die Zusammensetzung des Parlamentes mit seinen Strukturen informiert. Anschließend begrüßte uns Herr Herrmann im Plenarsaal zu einer Diskussion, die rege genutzt wurde und wiederum viele Informationen vermittelte. Nach dem Mittagessen im Landtagsrestaurant, zu dem uns Herr Herrmann eingeladen hatte, wurden wir in der Bayerischen Staatskanzlei im Hofgarten, dem "Regierungssitz" von Ministerpräsident Dr. Stoiber, begrüßt. Der alte Kern des jetzigen Gebäudes, ehemals als Armeemuseum errichtet, drohte zu verfallen und so wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Durch aufwändige Restaurierungsarbeiten und den Anbau von zwei Seitenflügeln entstand ein wirklich gelungenes Gebäude, das sich wie eine Orangerie harmonisch in den Hofgarten einfügt. Auch hier durften wir auf den Stühlen unserer Minister im Ministerratssaal Platz nehmen.
Auf dem Programm stand dann die Besichtigung der kürzlich eröffneten Pinakothek der Moderne. Durch eine Führung bekam so manches "schwer verdauliche" Kunstwerk einen Sinn und so vermittelte auch dieser Programmpunkt neues Wissen.
Den interessanten, informativen und gut gelungenen Tag rundete eine gute Brotzeit in Pörnbach ab, bei der sich Dr. Herrmann nochmals zu uns gesellte. Bei dieser Gelegenheit konnte so manches Anliegen ungezwungen an den Mann gebracht werden.
Herrn Herrmann und seiner Sekretärin, Frau Frambs, ein Dankeschön für die Einladung, die ansprechende Programmgestaltung und die gute Betreuung an diesem Tag. Diese Veranstaltung wurde initiiert von unserem KKV-Vorsitzenden Kurt Reiter. Auch an ihn ein Dankeschön von der Ortsgruppe Erlangen und seinen Gästen.
Doris Molnar