KKV - Rückblicke


Vom Debattierklub zum Entscheidungsgremium:
Europaparlamentarier Martin Kastler sprach beim KKV in Erlangen


Wanderausstellung „60 Jahre KKV Bayern. Mitten im Leben“ in Erlangen eröffnet

Geld macht glücklich – wenn man es für andere einsetzt
Vortrag beim KKV Erlangen

„Die Geschichte der Zukunft“ – Die Wirtschaftskrise war Thema eines Vortrags beim KKV Erlangen

"Kunst, Religion - Ich suche einen Ausweg"
Vortrag von Pater Meinrad Duffner aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach


Prof. Friedrich Franke neues KKV Mitglied

40 Jahre KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen

"Besuch im Physikalischen Institut der UNI Erlangen"
Besichtigung des Tandembeschleunigers am 17.4.08


"Neue religiöse Bewegungen"
Vortrag von Dr.Hans Horst, Weltanschauungsbeauftragter der Erzdiözese Bamberg am 12.10.06


"Büchergeld, Studiengebühren - Wird Bildung zum Luxus?"
Sozialpolitisches Forum am 14. Juli 2006 in Erlangen mit Kultusstaatssekretär Karl Freller (CSU) und Wolfgang Vogel (SPD)


"Wirtschafts- und sozialpolitische Neuansätze zur Zukunftssicherung"
Vortrag des Münchener Politologen Peter Bauch in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung


Auszeichnung für das Veranstaltungsprogramm 2004

11./12.10.2003 - 40. KKV-Landestreffen in Erlangen

21.2.2003 - Besuch des Bayerischen Landtages

 

 

 

Vom Debattierklub zum Entscheidungsgremium: 

Europaparlamentarier Martin Kastler sprach beim KKV in Erlangen

Für Martin Kastler, KKV-Mitglied und sozial-und entwicklungspolitischer Sprecher der CSU-Europagruppe im EU-Parlament war es eine lange Woche, die, wie er darlegte, am Montag in Schwabach begann und über Prag und Brüssel in Erlangen bei der Ortsgemeinschaft des KKV mit einem hochinteressanten Vortrag über das Europäische Parlament, seine Funktionen, Befugnisse und Entscheidungskompetenzen endete.
Martin Kastler (Mitte) mit dem Erlanger Ortsvorsitzenden Kurt Reiter (links) und dem Landesvorsitzenden Dr. Klaus-Stefan Krieger (rechts)
Kurt Reiter, Vorstand der KKV Ortsgemeinschaft Erlangen freute sich, im gut besuchten Vortragssaal des Pfarrzentrums St. Sebald/Erlangen eine interessierte Zuhörerschaft begrüßen zu können, die gespannt war auf die Ausführungen des jungen EP-Abgeordneten Martin Kastler, der die Arbeit des Parlamentes hautnah miterlebt und aktiv begleitet.
Kastler, seit Dezember 2008 Mitglied des Europäischen Parlamentes, arbeitet in verschiedenen Ausschüssen und Arbeitsgruppen des Parlamentes mit. So ist er Vizepräsident der EVP- und interfraktionellen Arbeitsgruppe Bioethik und ein gefragter Ratgeber; wenn es um heikle Fragen aus dem Bereich Stammzellenforschung, Ethik und Medizin geht. Ein besonderes Anliegen ist ihm auch die Stärkung der Initiative für einen arbeitsfreien Sonntag, deren Mitbegründer er ist.
Im seinem fast zweistündigen Vortrag ging Kastler intensiv auf die Rechte – und auch Pflichten des Europaparlamentes ein.

Martin Kastler (Mitte) mit dem Erlanger Ortsvorsitzenden Kurt Reiter (links) und dem Landesvorsitzenden Dr. Klaus-Stefan Krieger (rechts)
Foto: Gerhard Kordel

Er betonte, dass ein Parlament, in dem zur Zeit 27 Nationalstaaten mit insgesamt 751 Abgeordneten vertreten sind, natürlich nicht immer effektiv und objektiv arbeiten kann, da von einzelnen Abgeordneten nationale gegenüber gesamteuropäischen Interessen manchmal als vorrangig eingestuft werden.
In seinen Ausführungen machte er besonders die Tragweite des Abkommens von Lissabon für Europa deutlich, das am 9. Dezember 2009 in Kraft trat. Die Mitglieder des Europäischen Parlaments wandelten sich von Delegierten zu Abgeordneten. In mehr als 40 Politikbereichen hat das Europäische Parlament ein Mitspracherecht. So sind Verbraucherschutzkriterien eine EU-Angelegenheit und nicht ausschließlich Sache der einzelnen Mitgliedsstaaten.
Der Vertrag von Lissabon, so Kastler, hat Rechtsverbindlichkeit für alle EU-Mitgliedsländer, wobei er speziell auf die Grundrechtecharta hinwies. Besonders wichtig für eine effektive Arbeit des Parlamentes sei das Mitbestimmungsrecht beim Finanzhaushalt. Bildlich gesprochen, sei die EU-Kommission die Hüterin der Verträge und das Parlament entscheide über den Haushalt.
Kastler erläuterte zudem den Zusammenhang zwischen den Beitragszahlungen und dem Verteilschlüssel bei Zuwendungen, legte die Auswirkungen von Sanktionen dar und befasste sich eingehend mit dem Subsidaritätsgedanken (Europa der Regionen). Natürlich war auch seine Meinung zum EU-Beitritt der Türkei gefragt. Kastler sieht hier noch "viel Wasser die Pegnitz hinunterfließen", bis dies soweit sei. Er wies in diesem Zusammenhang speziell auf den Zypernkonflikt hin, der ein großer Stein auf dem Weg zum EU-Beitritt sie, der erst weggeräumt werden müsse.
"Das allerwichtigste jedoch", so Kastler in seinen abschließenden Worten, die mit viel Beifall bedacht wurden, "ist, dass wir seit über 65 Jahren in Europa in Frieden und Demokratie leben können. Dafür zu sorgen, damit dies auch so bleibt, ist eine der Hauptaufgaben des europäischen Parlamentarismus."
Kurt Reiter dankte dem Referenten für den lebendigen, informativen und mit viel Detailwissen gekennzeichneten Vortrag und die Zeit, die Kastler mitgebracht hat, um geduldig und ausführlich alle Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Er wünschte Martin Kastler alles Gute und ein glückliches Händchen bei seinen vielfältigen Aufgaben als Europa-Parlamentarier.
Gerhard Kordel



Wanderausstellung „60 Jahre KKV Bayern. Mitten im Leben“
in Erlangen eröffnet

Lebensbegleitendes Lernen und ganzheitliche Bildung – mit diesen Schlagworten eröffnete jetzt der Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, Dr. Siegfried Balleis (CSU), die Wanderausstellung „60 Jahre KKV Bayern. Mitten im Leben“ im Foyer seines Rathauses. Das Stadtoberhaupt lobte das vielfältige Engagement des katholischen Sozialverbands, das sich immer wieder auch positiv auf das Erlanger Bildungsangebot auswirke. Auch hob er die Beteiligung des KKV am ersten europäischen Volksbegehren hervor, das einen einheitlichen Schutz des Sonntags in der ganzen EU anstrebt.

Die Ausstellung, die noch bis zum 18. Juni im Erlanger Rathaus zu sehen ist, geht sowohl auf die geschichtlichen Hintergründe und Entwicklungen des Dachverbandes der 13 bayerischen Ortsgemeinschaften als auch auf herausragende Persönlichkeiten ein, die den KKV Bayern über Jahre geprägt haben. Außerdem zeigt die Wanderausstellung Perspektiven für kommende Generationen auf, was der KKV-Landesvorsitzende Dr. Klaus-Stefan Krieger besonders wichtig findet im Hinblick auf die schwierige aktuelle Situation der katholischen Kirche: „Gerade jetzt sind es wieder die Verbände, die zur Glaubwürdigkeit der Kirche in der Gesellschaft beitragen müssen“, sagte der Landesvorsitzende.

Wanderausstellung 60 Jahre KKV

Foto: Ulrike Schwerdtfeger



Geld macht glücklich – wenn man es für andere einsetzt

Vortrag beim KKV Erlangen

„Wie Geld glücklich macht“, dies zu verraten, versprach ein Vortrag beim KKV Erlangen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Ortsvorsitzender Kurt Reiter konnte dazu Helmut Hof im Gemeindezentrum St. Sebald begrüßen.

Das Verhältnis von Besitz und Glück scheinen Philosophie und Religion als Gegensatz zu sehen, wie Helmut Hof in schlaglichtartig deutlich machte. Zufriedenheit und Glück finden sich demnach in der Bedürfnislosigkeit (Diogenes), der Hauslosigkeit (Buddha) und der Armut (Jesus, der die Armen selig preist und ihnen Lohn im Himmel in Aussicht stellt; aufgegriffen von Franz von Assisi). Lautet, fragte Helmut Hof, die Konsequenz: Geld macht nur glücklich, wenn man es aufgibt?

Vor einer Antwort ging der Referent der Frage nach, was Glück denn überhaupt ist. Dazu unterschied er Glück haben, glücklich sein und geglücktes Leben. Glück zu haben, sei ein Produkt des Zufalls. Glücklich sein könne der Mensch im erfüllten Augenblick, in Momenten intensivster Zufriedenheit. Sie stelle sich ein, wenn man etwas voller Hingabe tue. Ein geglücktes Leben gelinge, wenn ein Mensch die Erfahrungen sowohl von Glück als auch von Scheitern und Schmerz meistere und zu sich selbst „Ja“ sagen könne. Dazu gehöre auch der Tod. „Nur der Tod“, so Hof, „macht Glück möglich, weil er uns lehrt, dass man nicht alles auf später vertagen kann.“

Die Erfahrung zeige nun, dass mehr Geld nicht mehr Glück erzeuge. Das liege an der Begrenztheit der seelischen Aufnahmefähigkeit. Besitz an sich bereite keine Freude. Freude mache, wenn man sich an etwas erfreuen könne. Viele Dinge aber zerstreuten die Aufmerksamkeit. Daher gilt laut Hof: „Wer schon genug besitzt, für den lohnt es sich nicht, in noch mehr Besitz zu investieren.“ Ja nichts verpassen zu wollen, zerreiße den Menschen. „Wer ein Glas Wein genießen kann, braucht keine zwei Flaschen.“ Der Referent konnte dies auch mit Statistiken belegen. Erhebungen zeigen, dass die Zufriedenheit eines Menschen bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro mit dem materiellen Aufstieg zunehme, dann aber trotz weiterer Besitzmehrung abflache.

Helmut Hof betonte zudem, dass es kein natürliches Bedürfnis nach Geld gebe. Angeboren sei aber das Grundbedürfnis nach Gemeinschaft. Er zog daraus das Fazit: „Es kommt darauf an, was einer mit dem Geld macht.“ Geld mache glücklich, wenn man es in die Unterstützung anderer Menschen investiere.

Kurt Reiter (links), Vorsitzender des KKV Erlangen, im Gespräch mit Helmut Hof

„Die Geschichte der Zukunft“ – Die Wirtschaftskrise war Thema eines Vortrags beim KKV Erlangen

Wenn die Wirtschaft auf der Stelle tritt, herrscht Krisenzeit. Je länger diese dauert, umso größer werden die Auswirkungen auf Konjunktur, Beschäftigung und Staatshaushalt. „Erst eine Politik, die im realen Leben ansetzt, wird die Finanzkrise bewältigen“, meint Erik Händeler. Der Zukunftsforscher sprach jetzt beim KKV (Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) Erlangen über „Was kommt nach der Krise? Bessere Arbeitskultur und präventiver Gesundheitsmarkt“.

Die Finanzkrise sei nur ein Symptom, nicht jedoch die Ursache für den weltweiten Einbruch der Wirtschaft, so Händeler. Den eigentlichen Grund sieht der Ökonom darin, „dass die Zeiten vorbei sind, in denen uns der Computer deutlich produktiver machte, Ressourcen einsparte und die Wirtschaft antrieb – nun bleiben die gewohnten Produktivitätsfortschritte aus“. Dadurch, sagt Händeler, wachse der Druck hin zu einem anderen Verhalten. „Bis es gelingt, die Quellen höherer Produktivität zu erschließen.“ Und die liegen laut dem Experten zum einen in der möglichst langen Gesunderhaltung des Menschen und zum anderen in der Qualität der Zusammenarbeit so genannter Wissensarbeiter, die sich mit immateriellen Tätigkeiten beschäftigen – „sie organisieren, planen, entwickeln, suchen Lösungen und entscheiden“, so Händeler. Allein in den vergangenen 100 Jahren habe sich das Wissen der Menschheit verdoppelt.

Erik Händeler ist Autor des Bestsellers „Die Geschichte der Zukunft“. Darin beschäftigt sich der 41-Jährige mit der Theorie des russischen Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Kondratieff (1892-1938), der zufolge sich die Wirtschaft in langen Zyklen entwickelt, an deren Beginn jeweils grundlegende technische Umwälzungen stehen. Diese bewirken einen ökonomischen Schub, der gesellschaftliche und politische Veränderungen provoziert – und Umdenken erfordert: „Der Veränderungsdruck zwingt uns zu einem anderen Verhalten“, erklärt Erik Händeler. Der renommierte Volkswirtschaftler, der sich auch kirchlich engagiert, nennt diese Entwicklung „die Ethik des Evangeliums“. „Wo eine Knappheit entsteht, müssen wir etwas besser machen“, sagt Händeler.

Für ihn stellen Gesundheit und Sozialverhalten Mangelware dar. „Bisher haben uns Maschinen weiter gebracht – jetzt stellt das soziale Verhalten in vielen Bereichen eine Hürde dar.“ Händeler meint: „Wir brauchen eine neue Arbeitskultur und müssen den Menschen in seiner ganzen Persönlichkeit wahrnehmen: auf Augenhöhe zusammen arbeiten, Konflikte fair klären, Beziehungen versöhnen.“ Außerdem fordert der Wirtschaftsjournalist die Politik dazu auf, endlich in Gesundheit und nicht in Krankheit zu investieren.

Händeler sieht in der Krise – bereits 1873 nach dem Eisenbahnbau und 1929 nach der Elektrifizierung kam es zu einem ähnlichen Abschwung in der Wirtschaft – nicht nur Negatives: „Dabei bricht zusammen, was nicht tragfähig ist.“ Der Strukturwandel biete auch neue Chancen für die Kirche, denn: „Spiritualität, Glaube und Religion sind immer eingebettet in sozio-ökonomische Strukturen.“

Ulrike Schwerdtfeger

Thema Wirtschaftskrise: Der Vorsitzende der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen, Kurt Reiter (li.), im Gespräch mit dem renommierten Volkswirtschaftler und Zukunftsforscher Erik Händeler (re.).

Thema Wirtschaftskrise: Der Vorsitzende der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen, Kurt Reiter (li.), im Gespräch mit dem renommierten Volkswirtschaftler und Zukunftsforscher Erik Händeler (re.).

Foto: Ulrike Schwerdtfeger

Von Bestseller-Autor Erik Händeler sind im Brendow Verlag erschienen: „Kondratieffs Welt. Wohlstand nach der Industriegesellschaft“ (ISBN-10:3-86506-065-X; 9,90 Euro) und „Die Geschichte der Zukunft. Sozialverhalten heute und der Wohlstand von morgen. Kondratieffs Globalsicht“ (ISBN-10:3-87067-963-8; 19,95 Euro).

"Kunst, Religion - Ich suche einen Ausweg"

Meditation und Kontemplation würden gelehrt als ein In-Sich-Gehen und Stillwerden. Dieser Weg tauge aber nur für die eine Hälfte der Menschheit. Die anderen Menschen benötigten auch für ihren Glauben den Weg des Sich-Ausdrückens: Schreiben, Musizieren, Tanzen, Malen. Daher überschrieb P. Meinrad Dufner seinen Vortrag beim KKV Erlangen: "Ich suche einen Ausweg." In seiner Kunst suche er nach Wegen, sich auszudrücken.
Die Wirklichkeit sei vielgestaltig; jeder Mensch sehe sie anders. "Daher gibt es die vielen Bilder", erklärte der Benediktiner aus der Abtei Münsterschwarzach den Ursprung der Kunst. Die Werke eines Künstlers zeigten, wie dieser Mensch die Welt bzw. einen Gegenstand in ihr sehe. "Kunst ist die Möglichkeit, die Welt durch die Augen eines anderen zu sehen."
Auch die verschiedenen Kunststile seien immer wieder neue Weisen der Wahrnehmung. So beschrieb Dufner den Barock als Explosion des Lebens nach einer Zeit der Enge und Bedrängnis durch Türkengefahr und Dreißigjährigen Krieg. Dabei verlaufe die Kunstgeschichte als eine Auf-und-Ab-Bewegung von immer größerer Verfeinerung, "bis nichts zu verbessern ist", und anschließender Redaktion. So gipfelte der Barock im Rokoko, um danach vom Klassizismus abgelöst zu werden.
Der Künstler aus dem Kloster, der für die Erlanger Kirche St. Sebald den Kreuzweg geschaffen hat, beklagte, es gebe in der katholischen Kirche "ein riesiges Nicht-Schauen-Können". Viele Katholiken erwarteten, dass Maria immer wieder so dargestellt werde, dass sie sofort als Maria erkennbar sei. Alles Ungewohnte lehne man ab.
Pater Meinrad hatte auch eigene Kunstwerke mitgebracht und erzählte von der Entstehung seiner Bilder und Skulpturen. Dabei bezeichnete er sich als Autodidakt: "Ich lerne bei jedem Bild neu."
Klaus-Stefan Krieger
Pater Meinrad vor seinem Bild "Stielaugen"
Foto: Klaus-Stefan Krieger



"Kunst, Religion - Ich suche einen Ausweg"

Mit einer Flasche KKV-Sekt begrüßte Ortsvorsitzender Kurt Reiter (rechts) den früheren Chefchirurgen des Erlanger Waldkrankenhauses, Prof. Friedrich Franke.
Der Referent des KKV Hirschberg-Forums 2007 ist zu Jahresbeginn dem KKV Erlangen beigetreten.
Klaus-Stefan Krieger
KKV-Eintritt von Prof. Friedrich Franke
Foto: Klaus-Stefan Krieger



40 Jahre KKV Ortsgemeinschaft Erlangen

Die Ortsgemeinschaft Erlangen feierte am Sonntag, den 01. Juni 2008 ihr 40 jähriges Jubiläum in der Gemeinde St.Sebald, bei der sie auch ihr Gastrecht für Sitzungen und diverse Vorträge/Veranstaltungen hat.

Mit einem Festgottesdienst, der von Domkapitular Dr. Günter Raab aus Bamberg und Pater Joe Übelmesser aus Nürnberg gehalten wurde, fand eine gelungene Eröffnung statt. Der Chorkreis St. Sebald gestaltete den Gottesdienst mit einer C-Dur Messe von Charles Gounod.

Anschließend wurden im Pfarrsaal bei einer „festlichen Stunde“, zu der zahlreiche Mitglieder und Gäste erschienen waren, Grußworte durch Joachim Herrmann, Innenminister der bayerischen Staatsregierung, Wolfgang Vogel, MdL und Gerd Lohwasser, Bürgermeister der Stadt Erlangen gehalten. Klaus Engelhardt, stellvertretender Landesvorsitzender, las auch das Grußwort des KKV-Bundesverbandes und Heinz Mahler überbrachte Grüße der gastgebenden Gemeinde St. Sebald.
Dr. Klaus-Stefan Krieger, Landesvorsitzender des KKV Bayern, hielt den Festvortrag über Geschichte und Aufgaben des KKV-Verbandes.

Kurt Reiter, Vorsitzender des KKV Erlangen, nahm anschließend zwei Ehrungen vor: Hr. W. Appelt wurde für 40 Jahre KKV-Mitgliedschaft geehrt und Hr. Theo Arntz zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Für die musikalische Untermalung sorgte die Band von St.Sebald und für das leibliche Wohl gab es ein reichhaltiges Buffet.
Kerstin Lehner
Kurt Reiter, KKV-Vorsitzender Ansprache
Kurt Reiter mit Ehefrau K.Reiter, K.Engelhardt, W. Vogel, K.-St. Krieger, G.Lohwasser, J.Herrmann
Fotos: G.Kaczmarek

 

KKV Erlangen besichtigte Tandembeschleuniger
Vortrag und Führung durch Dr. Andreas Teufel

Über die wissenschaftliche Arbeit des Physikalischen Instituts der Universität Erlangen informierten sich 23 Mitglieder und Gäste des KKV Erlangen bei einer Führung.

Dr. Andreas Teufel , wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, verstand es hervorragend, Sinn und Zweck der kernphysikalischen Experimente an der Tandembeschleunigungsanlage - auch für Laien - zu erklären.

An diesem Großgerät können erzeugte Protonen (Wasserstoffkerne) in zwei hintereinander angeordneten elektrostatischen Feldern (daher "Tandem") im Hochvakuum auf 2 mal 5 Millionen Elektronenvolt (10 MeV) beschleunigt und zu neun am Umfang verteilten Versuchsanordnungen mit zwei 90°-Magneten umgelenkt werden.
Dort können jeweils nacheinander verschiedene Experimente durchgeführt werden, die sich von den Grundlagen der Teilchenphysik über Materialuntersuchungen und Messtechnik bis zu interdisziplinären Versuchen mit der Medizin reichen.

Bei der abschließenden Besichtigung des Photonenlabors wurden noch die Anwendungsmöglichkeiten der Lasertechnik vorgeführt.

Kurt Reiter

Der Tandembeschleuniger
Der Tandembeschleuniger Dr. Andreas Teufel
Foto: Prof. Kreische

 

 

 

Im religiösen Supermarkt
Weltanschauungsbeauftragter Dr. Hans Horst referierte beim KKV Erlangen

Erlangen - Einen seiner ersten öffentlichen Auftritte hatte der neue Weltanschauungsbeauftragte der Erzdiözese Bamberg, Dr. Hans Horst, beim KKV Erlangen. Im Gemeindezentrum von St. Sebald referierte er über neue religiöse Bewegungen.

Die Landschaft des Glaubens am Beginn des 21. Jahrhunderts bezeichnete Dr. Hans Horst als "religiösen Supermarkt", dessen Angebote "unüberschaubar geworden" seien. Anders als noch in den 1990er Jahren vorhergesagt, habe Religion sich nicht aufgelöst. Aber der heutige religiöse Aufbruch komme nicht aus den Kirchen, sondern der Gesellschaft. Und auch auf dem religiösen Markt mache sich die Globalisierung bemerkbar: "Jeder Glaube wird über die Medien überallhin verbreitet." Horst machte dies am Fernsehprogramm deutlich: Von griechischen Orakeln über die Mormonen bis zu afrikanischen Stammesreligionen sei hier alles Mögliche Thema. Die Kirche, so Horst weiter, halte die Pluralisierung der Religion inzwischen für unumkehrbar, die Folgen für unwägbar. Im 2. Vatikanischen Konzil habe die katholische Kirche die Religionsfreiheit und damit auch die religiöse Vielfalt anerkannt. Auch in anderen Glaubensüberzeugungen als der katholischen bzw. christlichen seien Funken der Wahrheit enthalten.

Aus dieser Grundhaltung leitete Horst drei Verhaltensregeln ab: Christen sollten 1. andere Religionen wahrnehmen und zu verstehen suchen sowie zu Dialog und Auseinandersetzung bereit sein. Dann müssten 2. aber auch die Unterschiede im Welt-, Menschen- und Gottesbild benannt werden. Christen sollten zur Auskunft über ihren Glauben fähig sein. Weder Harmoniestreben noch pure Abwehr bildeten die richtige Reaktion auf andere Überzeugungen. 3. sei zu fragen, ob die jeweilige Religion "sozialverträglich" sei: "Macht eine Bewegung ihre Anhänger unfrei, verängstigt sie sie, übt sie Druck aus insbesondere auf jene, die sich wieder abwenden wollen?" Hier gehöre zu den Aufgaben der Kirche, zu beobachten, zu dokumentieren, zu informieren und zu beraten.

Horst ging schließlich auf einzelne religiöse Bewegungen wie Scientology und Universelles Leben ein. Besonders ausführlich behandelte er die auch in Erlangen ansässige Neuapostolische Kirche. Sie besitze ein exklusives Selbstverständnis und nehme das Buch der Offenbarung aus dem Neuen Testament wörtlich: Nur wer der Apostolischen Kirche angehöre, komme in das 1000-jährige Friedensreich vor dem Ende der Welt. Allerdings setze langsam ein Umdenken ein; Ökumene werde von Vertretern dieser Glaubensrichtung nicht mehr so abgelehnt wie früher.

Klaus-Stefan Krieger


Foto: Dr. Hans Horst (rechts) im Gespräch mit dem Pfarrgemeinderatsvorsitzenden von St. Sebald, Heinz Mahler.
Foto: Klaus-Stefan Krieger

 

 

 

KKV Bayern diskutierte in Erlangen mit Landespolitikern über Bildung als Ware
"Büchergeld, Studiengebühren - Wird Bildung zum Luxus?"

Die Frage "Büchergeld, Studiengebühren - Wird Bildung zum Luxus?" diskutierte der KKV Bayern beim Sozialpolitischen Forum am 14. Juli 2006 in Erlangen mit Kultusstaatssekretär Karl Freller (CSU) und Wolfgang Vogel, dem hochschulpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Die unterschiedliche Bewertung durch Regierung und Opposition wurde vor allem bei den Studiengebühren deutlich. Freller verwies auf Erfahrungen aus Österreich. Durch die Einführung von Studiengebühren seien dort die Studiendauer kürzer und die "Scheinstudenten" weniger geworden. Die proportionale Verteilung der Studenten nach ihrer sozialen Herkunft habe sich dagegen nicht verändert. Vogel bezeichnete dagegen die Einführung von Studiengebühren als einen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik. Erstmals sei für eine Erstausbildung ein Preis zu zahlen. Damit werde Bildung zur Ware. Studiengebühren verstärkten sehr wohl den Druck bei der sozialen Auslese. "Die emanzipatorische Ausrichtung von Bildung geht verloren", beklagte Vogel außerdem.

Der KKV-Landesvorsitzende Dr. Klaus-Stefan Krieger stellte die Frage des Forums auch in den weiteren Zusammenhang einer gerechten Familienpolitik. Nicht nur Büchergeld und Studiengebühren, sondern auch die Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 belaste gerade die Familien, da sie einen großen Teil ihres Einkommens in den Konsum stecken müssten. Nach Kriegers Auffassung sind die Familien - auch wenn ihnen ständig etwas anderes gesagt werde - gegenwärtig die Verlierer der Politik.

Klaus-Stefan Krieger


Foto: Moderator Dr. Heribert Engelhardt, Staatssekretär Karl Freller, Dr. Klaus-Stefan Krieger, und Wolfgang Vogel MdL (von links).
Foto: Klaus-Stefan Krieger

 

 

 

"Wirtschafts- und sozialpolitische Neuansätze zur Zukunftssicherung"
Vortrag des Münchener Politologen Peter Bauch in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung

Deutschland in der Krise
Vortrag beim KKV Erlangen beleuchtete Ursachen für die Probleme der gesetzlichen Versicherungen

Unter dem Titel "Wirtschafts- und sozialpolitische Neuansätze zur Zukunftssicherung" hielt beim KKV Erlangen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung der Münchener Politologe Peter Bauch einen Vortrag. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hanns-Seidel-Stiftung statt.

Der Referent beschrieb sehr ausführlich die Krise, in der sich Deutschland befinde. Vor allem an drei Entwicklungen machte er sie fest:

Als Lösungsansätze skizzierte Bauch die bekannten Modelle:

In der Diskussion kritisierten Zuhörer, dass die im Vortragstitel versprochenen Neuansätze ausgeblieben seien. Der Vortrag teilte damit freilich nur den Mangel der Politik: In der Analyse beredt, bei den Lösungen bescheiden.

Klaus-Stefan Krieger

 

 

 

KKV Erlangen erhielt Auszeichnung für Veranstaltungsprogramm 2004

Die Ortsgemeinschaft Erlangen des KKV Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung ist vom KKV Bildungswerk Baxern (BWB) für ihr Veranstaltungsangebot ausgezeichnet worden.

Der KKV Erlangen erhielt für das vergangene Jahr den Preis für das inhaltlich ansprechendste Programm unter den 13 KKV-Ortsgemeinschaften in Bayern. Das BWB vergab erstmals drei gleichberechtigte Preise in den Kategorien beste Präsentation in der Öffentlichkeit, bestes Programm und herausragende Aktivitäten. Ortsvorsitzender Kurt Reiter nahm die Auszeichnung bei der BWB Mitgliederversammlung Mitte März in Nürnberg entgegen. Bereits für sein Jahresprogramm 203 hatte der KKV Erlangen eine Prämierung erhalten, den 1. Preis bei der damals noch abgestuiften Preisvergabe.

Klaus Stefan Krieger

 

 

 

40. KKV-Landestreffen in Erlangen

Am Sa./So. 11./12.10.2003 hat der KKV-Landesverband Bayern e.V. das Landestreffen erstmals in Erlangen veranstaltet. Gleichzeitig feierte die gastgebende Ortsgemeinschaft Erlangen ihr 35-jähriges Bestehen. Bereits am Freitagabend, dem 10.10.2003, war der Landes- und Ortsvorstand zum Empfang beim Oberbürgermeister Dr. Balleis in das Erlanger Rathaus eingeladen.

Parallel zur Delegiertenversammlung am Samstagvormittag konnten die KKV-Gäste an einer Führung durch das 1001-jährige Erlangen teilnehmen. Am Nachmittag startete die zentrale "Bildungsveranstaltung" im Dorint Hotel mit einer Podiumsdiskussion namhafter Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Öffentlichkeit zum KKV-Jahresthema "Markt und Moral - Chancen verantwortlichen Handelns", an der die KKV-Tagungsteilnehmer und Gäste regen Anteil nahmen.

Mit einem "Historischen Abend" im Gewölbekeller des Hotels Bayerischer Hof wurde das 35-jährige Bestehen der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen gefeiert. Aus diesem Anlaß erhielt sie vom KKV-Landesverband eine Fahme mit dem KKV-Kreuzschiff gestiftet. Ein mehrgängiges Markgrafenmahl und Musik aus dem späten Mittelalter und früher Neuzeit, vorgetragen vom Duo "Sang und Klang" aus Nürnberg und gespielt auf historischen Instrumenten, sorgte für einen entsprechenden stimmungsvollen Rahmen.

Der Sonntag begann mit einem "Festgottesdienst" in St. Bonifaz, der von Domkapitular Dr. Raab, Pater Hofer und Pfarrer Meyer zelebriert und vom Chorkreis St. Sebald und seinem Leiter, Herrn Kreiner, musikalisch umrahmt wurde. Dabei wurde auch die am Vortag gestiftete Fahne geweiht.

Anschließend fand im kleinen Saal der Heinrich Lades Halle die "Feierliche Stunde" statt, die vom Klarinettenquintett der städtischen Sing- und Musikschule musikalisch mitgestaltet wurde. Grußworte an die Festgemeinde richteten die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Vogel, SPD, und Joachim Herrman, CSU, der auch die Festrede ebenfalls zum Thema "Markt und Moral" übernommen hatte.

Mit einem Abschlußimbiß klang das 40. KKV-Landestreffen aus, das bei den rund 90 Teilnehmern einen guten Eindruck hinterlassen hat. Eigens für dieses 40. KKV-Landestreffen und das 35-jährige Bestehen der KKV-Ortsgemeinschaft Erlangen wurde auch eine kleine Festschrift herausgegeben.

Kurt Reiter

 

 

 

Besuch des Bayerischen Landtages am 21.2.2003


zusammen mit Joachim Herrman MdL

Auf Einladung unseres CSU-Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Joachim Herrmann "zog" die KKV-Ortsgruppe Erlangen mit ihren Gästen am 21.02. in den Bayerischen Landtag in München ein. 11 Mitglieder der Ortsgruppe Fürth schlossen sich uns an.

Unser erstes Ziel war das Maximilianeum. Nach einem Empfang in der Eingangshalle wurden wir über die Gebäulichkeiten des Maximilianeums und die Zusammensetzung des Parlamentes mit seinen Strukturen informiert. Anschließend begrüßte uns Herr Herrmann im Plenarsaal zu einer Diskussion, die rege genutzt wurde und wiederum viele Informationen vermittelte. Nach dem Mittagessen im Landtagsrestaurant, zu dem uns Herr Herrmann eingeladen hatte, wurden wir in der Bayerischen Staatskanzlei im Hofgarten, dem "Regierungssitz" von Ministerpräsident Dr. Stoiber, begrüßt. Der alte Kern des jetzigen Gebäudes, ehemals als Armeemuseum errichtet, drohte zu verfallen und so wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Durch aufwändige Restaurierungsarbeiten und den Anbau von zwei Seitenflügeln entstand ein wirklich gelungenes Gebäude, das sich wie eine Orangerie harmonisch in den Hofgarten einfügt. Auch hier durften wir auf den Stühlen unserer Minister im Ministerratssaal Platz nehmen.

Auf dem Programm stand dann die Besichtigung der kürzlich eröffneten Pinakothek der Moderne. Durch eine Führung bekam so manches "schwer verdauliche" Kunstwerk einen Sinn und so vermittelte auch dieser Programmpunkt neues Wissen.

Den interessanten, informativen und gut gelungenen Tag rundete eine gute Brotzeit in Pörnbach ab, bei der sich Dr. Herrmann nochmals zu uns gesellte. Bei dieser Gelegenheit konnte so manches Anliegen ungezwungen an den Mann gebracht werden.

Herrn Herrmann und seiner Sekretärin, Frau Frambs, ein Dankeschön für die Einladung, die ansprechende Programmgestaltung und die gute Betreuung an diesem Tag. Diese Veranstaltung wurde initiiert von unserem KKV-Vorsitzenden Kurt Reiter. Auch an ihn ein Dankeschön von der Ortsgruppe Erlangen und seinen Gästen.

Doris Molnar



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